Die
initialen Krankheitssymptome von SARS ähneln denen der Influenza. Typisch ist
ein plötzlicher Erkrankungsbeginn mit hohem Fieber, Abgeschlagenheit,
Muskelschwäche und Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Inappetenz und evtl.
Schüttelfrost. Respiratorische Beschwerden, wie Husten und Dyspnoe sind in der
überwiegenden Zahl der Fälle vorhanden, können aber fehlen. Die mittlere
Inkubationszeit liegt bei 5 Tagen (2 - 10 Tage). Bis zu 96 % der Erkrankten
weisen im Rö.-Thorax Infiltrationen auf, wobei sich röntgenologisch faßbare
Veränderungen in der Regel erst 3 - 4 Tage nach Erkrankungsbeginn einstellen.
Multifokale und bilaterale Infiltrationen sind häufig, ebenso wechselnde
Infiltrate in verschiedenen Lungenabschnitten und milchglasartige Eintrübungen.
Infolge der peripheren Lage der Lungenläsionen entwickelt ein Teil der
Patienten spontan ein Pneumomediastinum (bis zu 15%) oder einen Pneumothorax.
In der thorakalen Computertomographie zeigen sich typischerweise ausgedehnte
subpleural gelegene Infiltrationen mit im Verlauf zunehmender Konsolidierung.
Nach
Angaben der WHO steigt die Letalität mit dem Alter der Erkrankten deutlich an.
So liegt diese bei Patienten bis zu 24 Jahren bei weniger als 1% und steigt bei
Patienten über 65 Jahren auf bis zu 50% an. Vorerkrankungen, insbesondere
solche des kardiopulmonalen Systems begünstigen einen schweren
Krankheitsverlauf und die Entwicklung eines ARDS (bis zu 30% der Fälle). Kinder
erkranken nur selten und zeigen einen in der Regel unkomplizierten Krankheitsverlauf.
Auch bestimmte Veränderungen der klinisch chemischen Parameter, wie eine
deutliche Erhöhung der Laktatdehydrogenase im Serum sprechen für einen
prognostisch ungünstigen Verlauf. Ein verschwindend geringer Anteil der
Patienten mit einer SARS - Coronavirusinfektion bleibt klinisch inapparent.
Langzeitbeobachtungen zeigen als Folge der schweren viralen Pneumonie eine
Lungenfibrose. Eine Übersicht zu den Symptomen und Befunden im Vergleich zur
Influenza zeigt die folgende Tabelle.
Alle
therapeutischen Bemühungen blieben bisher ohne signifikanten Erfolg.
Schwerkranke Patienten wurden mit einer Kombination aus Steroiden und Ribavirin
behandelt, wobei einzelne Beobachtungen einen günstigen Effekt zeigten, jedoch
kann diese Therapie derzeit nicht routinemäßig empfohlen werden. Wichtig ist
die rechtzeitige Entscheidung zur atemunterstützenden Therapie (Maske,
Beatmung). Sekundäre bakterielle Pneumonien bedürfen einer antibiotischen
Behandlung entsprechend dem lokalen Erreger- und Resistenzspektrum.
.
SARS vs. Influenza – Symptome und Befunde
|
Symptom /
Befund |
SARS |
Influenza |
|
Plötzlicher Beginn |
+++ |
+++ |
|
Hohes Fieber bis
40°C |
+++ |
+++ |
|
Abgeschlagenheit |
+++ |
+++ |
|
Muskel-/Gliederschmerzen |
+++ |
+++ |
|
Kopfschmerzen |
++ |
+++ |
|
Respiratorische
Beschwerden |
++ |
++ |
|
Pharyngitis |
selten |
++ |
|
Rhinitis |
selten |
++ |
|
Konjunktivitis |
selten |
++ |
|
(Hämorrhagisches)
Enanthem |
- |
++ |
|
Fokale
Infiltrationen im Thorax- Röntgen |
++ |
- |
|
Lymphozytopenie |
++ |
- |
|
LDH-Erhöhung |
++ |
- |
|
Diarrhoe |
+ |
- |
(Prof.
B. Ruf, Klinikum „St. Georg“ Leipzig]