Empfehlungen
zur Therapie der Influenza (Tabelle 1)
Die Neuraminidase-Hemmer Oseltamivir und Zanamivir sind zur Behandlung der Influenza A und B indiziert, wenn bei Patienten klinisch die Diagnose einer Influenza gestellt wird und in der Region Influenzaviren zirkulieren oder Influenzaviren labordiagnostisch nachgewiesen werden und der Krankheitsbeginn nicht länger als 48 h zurückliegt. Der Behandlungserfolg ist um so besser je früher mit der Therapie begonnen wird. Daher sind die Patienten darauf hinzuweisen, dass sie beim Auftreten entsprechender Symptome sofort einen Arzt aufsuchen sollten. Die empfohlenen Medikamente sind in der Tabelle 1 aufgelistet.
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nach
Körperge- |
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Amantadin |
1-9
Jahre
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2mal
tägl. maximal 1mal
tägl. 100mg |
Nur
bei Influenza A wirksam! Gegenanzeigen:
Herzinsuffizienz u.a. Nebenwirkungen
beachten! Dosisreduzierung
bei ein- geschränkter Nierenfunktion. Schnelle Resistenzentwicklung ! (siehe
auch Fachinfo!) |
* Nach Empfehlungen der Konsensuskonferenz Anwendung bei Personen ab 5 Jahren in der Dosierung 2mal tägl. 10 mg.
** 2 x 2 mg/kgKG/Tag oder 1-3 Jahre: 2 x 30 mg/Tag, 4-7 Jahre: 2 x 45 mg/Tag, 8-12 Jahre: 2 x 60 mg/Tag (DGPI-Handbuch, 4. Auflage, 2003)
Während einer Influenzawelle sollte im Sinne
eines sparsamen Ressourcenverbrauchs und des unverzüglichen Therapiebeginns die
Diagnose anhand der klinischen Befunde in Verbindung mit Surveillance-Daten
(regionale Meldung von Frühwarnsystemen: www.rki.de/INFEKT/AGI/AG_INFLUENZA.HTM ; http://www.grippe-online.de; Tagespresse u.a.) gestellt werden.
Während einer Epidemie sprechen mit
hoher Wahrscheinlichkeit (80%) für eine
Influenza :
·
schlagartiges
Auftreten von Fieber oder/und schwerem Krankheitsgefühl
·
sowie
mindestens zwei der folgenden Symptome:
- Gliederschmerzen,
- Kopfschmerzen,
- Husten
- Abgeschlagenheit
Bei älteren Patienten sind atypische Verläufe möglich. Schulkindern zeigen einen Verlauf der Influenza wie Erwachsene. Bei Säuglingen und Kleinkindern können neben der Beteiligung der Atemwege gastrointestinale Symptome im Vordergrund stehen. In Zeiten geringer Influenzaaktivität und bei unklarer klinischer Symptomatik ist die labordiagnostische Bestätigung, z.B. durch einen Schnelltest, erforderlich.
Indiziert ist die antivirale Therapie insbesondere bei Risikopatienten (Patienten mit chronischen Grundkrankheiten, wie Lungen-, Herz-, Leber- und Nierenerkrankungen, Diabetes mellitus) und bei älteren Menschen sowie bei Kindern und Erwachsenen mit Kontakt zu Risikopatienten. Trotz der derzeit noch unzureichenden Datenlage ist es sinnvoll, auch immunsupprimierte Patienten (z.B. HIV-Infizierte, Tumorpatienten, Patienten unter Chemotherapie, Dialysepatienten) antiviral zu behandeln.
Nicht antiviral behandelt werden sollten
immunkompetente Patienten mit nichtfieberhaften Erkrankungen oder Patienten,
bei denen der Beginn der klinischen Symptomatik länger als 2 Tage
zurückliegt...
Amantadin ist durch die Beschränkung der Wirkung auf den Typ A des Influenzavirus, die schnelle Resistenzentwicklung und die nicht unerheblichen Nebenwirkungen keine Alternative zu den beiden Neuraminidase-Hemmern. Amantadin sollte nur dann angewendet werden, wenn die Influenza A labordiagnostisch nachgewiesen worden ist.