|
Laufende Projekte:
„Die Bedeutung viraler Rezeptoren für
Hepatitis-C-assoziierte Nierenerkrankungen“
Wörnle (München)
„Monitoring der
spezifischen T zellulären und humoralen Immunantwort nach H1N1-Impfung
bei immungesundem Klinikpersonal“
Sester (Homburg), Enders (Stuttgart)
Abgeschlossene Projekte:
2008 - 2009
Seroprävalenz von Antikörpern gegen porzine Influenzaviren
A. Krumbholz*, J. Lange, R. Dürrwald, H. Hoyer, S. Bengsch, P. Wutzler, R. Zell
*Institut für Virologie und Antivirale Therapie, Universitätsklinikum Jena
Email: andi.krumbholz@med.uni-jena.de
Hintergrund:
Bis Frühjahr 2009 zirkulierten beim Menschen humane H1N1- und H3N2-Viren. Danach
wurden diese Stämme durch ein H1N1-Virus verdrängt. Dieses Virus entstand
wahrscheinlich im Schwein durch die Vermischung eines europäischen porzinen
H1N1-Virus und einer nordamerikanischen
Triple-Reassortante und wurde dann auf den Menschen übertragen.
Schon 1950 wurden Schwein-zu-Mensch-Übertragungen durch so genannte “classical
swine” H1N1-Viren in der damaligen Tschechoslowakei beobachtet. Danach
wurden immer wieder sporadische Infektionen des Menschen durch diese Viren
beschrieben.
1997 kam es in Nordamerika im Schwein durch die Vermischung von
classical swine Viren mit humanen und
aviären Viren zur Entstehung von Triple-Reassortanten
des Subtyps H3N2. Diese reassortierten mit saisonalen Influenzaviren zu H1N2-,
H2N3-, H3N1- und H1N1-Triple-Reassortanten.
In der Folge wurden auch humane Infektionen mit diesen neuentstandenen Stämmen
beobachtet.
Die in Europa vorherrschenden Influenzaviren des Schweins gehören zu einer
anderen genetischen Linie als die
classical swine Viren. Sie entstanden 1979 zunächst durch die direkte
Übertragung eines aviären H1N1-Virus auf das Schwein und werden daher auch als „avian-like“
bezeichnet. Später kam es durch Reassortierung mit humanen H3N2- und H1N1-Viren
zur Entstehung von H1N2- und H3N2-Viren, deren Hämagglutinin- und
Neuraminidasegene von humanen Stämmen stammen und die daher als „human-like“
bezeichnet werden. Alle drei Subtypen zirkulieren in europäischen
Schweinepopulationen und haben hier die
classical swine Viren komplett verdrängt. In der Literatur sind bisher
sieben Fälle von Infektionen des Menschen mit diesen europäischen porzinen Viren
dokumentiert. Diese verliefen allesamt milde.
Zielsetzung:
Studien aus den USA zeigen, dass Menschen mit beruflichem Kontakt zu Schweinen
(Schweinezüchter/-mäster, Tierärzte, Schlachter) einem erhöhten Risiko für eine
Infektion mit den dort vorherrschenden
classical swine Viren bzw. den Triple-Reassortanten
unterliegen. Für Europa existieren keine vergleichbaren Daten. Anhand einer
Thüringen-weiten Pilotstudie sollte daher gezeigt werden, dass auch die in
Europa vorherrschenden avian-like
H1N1- und die abgeleiteten human-like
H1N2- und H3N2-Stämme zu einer Infektion bei beruflich Exponierten führen
können.
Methodik:
Zwischen Dezember 2007 und April 2009 wurden Seren von 118 Personen mit
beruflichem Kontakt zum Schwein gesammelt (Exponierte). Im Anschluss daran
wurden Seren von 118 Blutspendern gewonnen, die im Alter und Geschlecht der
Exponiertengruppe entsprechen. Alle Seren wurden zunächst im
Hämagglutinationshemmtest (HAHT) gegen jeweils drei repräsentative Vertreter der
porzinen Subtypen H1N1, H1N2, H3N2 und gegen ausgewählte humane H1N1 sowie
H3N2-Stämme untersucht. Im HAHT als reaktiv bewertete Proben wurden im
Virusneutralisationstest (NT) überprüft. Anhand dieser Daten wurden die
Seroprävalenzen und das dazugehörige 95%-Konfidenzintervall (KI) berechnet.
Ergebnisse:
17 Exponierte wiesen im HAHT und NT erhöhte Titer gegenüber verschiedenen
europäischen porzinen Influenzaviren aller drei Subtypen auf. Am häufigsten
fanden sich Antikörper gegen porzine H3N2-Viren (16/118; Prävalenz 13,6%, KI 7,9
– 21,1%) gefolgt von Antikörpern gegen porzine H1N2 (7/118; Prävalenz 5,9%, KI
2,4 – 11,9%) und H1N1-Stämme (2/118; Prävalenz 1,7%, KI 0,0 – 6,0%). Einige
Kontrollen wiesen erhöhte HAH-Titer gegen porzine
human-like Stämme auf. Diese konnten
im NT nicht bestätigt werden. Insofern wird von einer Kreuzreaktivität im HAHT
ausgegangen.
Zusammenfassung:
Exponierte Probanden unterliegen einem erhöhten Infektionsrisiko durch porzine
Influenzaviren.
Veröffentlichung:
Krumbholz et al., 2010, J Med Virol,
in press.
1998 - 1999
„Seroepidemiologische Studie zur
HSV-2-Seroprävalenz in Deutschland“.
Prof. Dr. P. Wutzler, Universität Jena
1998-1999
„Studie zur
Erfassung der Wertigkeit quantitativer HIV-PCR-Daten für die Prognose von
therapierten und nichttherapierten HIV-Patienten“
Dr. D. Zöllner und Prof. Dr. R. Laufs, Universität Hamburg
1996-1997
„Untersuchungen zum Auftreten und
der klinischen Bedeutung einer Respiratory-syncytial- Virus–Virämie / Persistenz
bei Früh- und Neugeborenen“
Dr. A. Rohwedder, Universität Bochum, und Prof. Dr. J.
Forster, Universität Freiburg
1995-1996
„Molekulare Basis der Pathogenität
von Echovirus-9-Mutanten“
Prof. Dr. H. J. Eggers, Universität Köln
1994-1995
„In situ monitoring Hepatitis
C-Virus (HCV)-Core-Protein-spezifischer CD4+ T Lymphozytenklone bei akuter und
chronischer Hepatitis C mit klonspezifischen Oligonukleotidprimern aus variablen
Regionen des T-Zell-Rezeptors (TCR).“
Dr. H. Diepolder und Prof. Dr. Gerd R. Pape, Universität
München
1993-1994
„Untersuchung zur Häufigkeit der
pränatalen HCV-Übertragung von der Mutter auf das Kind“.
Dr. M. Riffelmann und
Prof. Dr. Roggendorf, Universität Essen
|